Geflüchtete erhalten bessere Gesundheitsversorgung und den Anspruch auf Sprachmittlung

Geflüchtete erhalten bessere Gesundheitsversorgung und den Anspruch auf Sprachmittlung

Aktuell erleben wir, wie Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer wegen des russischen Angriffskriegs ihr Land verlassen müssen. Aufgrund ihrer Fluchterfahrung brauchen sie besondere medizinische und psychologische Versorgung. Dies gilt während der Flucht und ist besonders nach ihrer Ankunft in Deutschland sehr wichtig. Ich freue mich deshalb sehr, dass der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sich am 7. April 2022 auf eine gemeinsame Unterstützung der Geflüchteten geeinigt haben.

So erhalten die registrierten Ukrainerinnen und Ukrainer ab Juni 2022 Zugang zu Leistungen der Grundsicherung und dadurch Anspruch auf Gesundheitsversorgung wie Bürgerinnen und Bürger, die gesetzlich krankenversichert sind. Zusätzlich zu dringend notwendigen Behandlungen werden deutlich mehr Leistungen finanziert. Dies ist besonders wichtig, damit Menschen beispielsweise mit chronischen Erkrankungen, wie Hepatitis und HIV sowie Abhängigkeitserkrankungen, einen niedrigschwelligen Zugang zu kostenintensiveren Medikamenten und Therapien bekommen.

Ein lange überfälliger politischer Schritt nimmt endlich Fahrt auf: Der Deutsche Bundestag hat mit dem gemeinsamen Antrag der Koalition zur Ukraine nun beschlossen, Opfern von Repression, Folter und Vergewaltigung medizinische und psychologische Hilfe zu gewähren. Damit sie diese auch sicher bekommen, umgehend die Kostenübernahme für Sprachmittlung als Teil der Gesundheitsversorgung gesetzlich zu regeln. Packen wir’s an!

Hier geht’s zum Antrag: Frieden und Freiheit in Europa verteidigen – Umfassende Unterstützung für die Ukraine

PM zur Abstimmung über die Impfpflicht im Deutschen Bundestag

PM zur Abstimmung über die Impfpflicht im Deutschen Bundestag

Heute wurde im Bundestag über mehrere Anträge zur Impfpflicht abgestimmt, von denen keiner eine Mehrheit erhalten hat. 

 

Hierzu erklärt Linda Heitmann, grüne Wahlkreisabgeordnete für Hamburg-Altona:

Der Gesetzentwurf über eine Impfpflicht für über 60-Jährige und eine Impfberatungspflicht für alle Erwachsenen, hat zu meinem Bedauern keine mehrheitliche Zustimmung im Bundestag erhalten. Die interfraktionäre Kompromissfindung, wie wir sie hier erlebt haben, war gelebte Demokratie. So war es für mich am Ende keine Frage, dass ich diesen Kompromiss mit unterstütze. Das parteipolitische Schauspiel bei dieser medizinisch-ethischen Gewissensentscheidung, welches letztlich eine Mehrheit für unseren Antrag unmöglich gemacht hat, hat mich in der Abstimmung sehr bestürzt und enttäuscht. Das war hier nicht angebracht!

Im Vorfeld hatte ich bereits den Antrag für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren unterstützt, da ich davon überzeugt bin, dass wir im Herbst auf eine neue Corona-Infektionswelle gut vorbereitet und handlungsfähig sein müssen. Dafür brauchen wir eine möglichst hohe Quote von Menschen mit Grundimmunisierung in unserer Gesellschaft. Davon bin ich auch weiterhin überzeugt und werde mich dafür stark machen.“

Wald, Moore, Felder und Marsch – ein Besuch im Klövensteen

Wald, Moore, Felder und Marsch – ein Besuch im Klövensteen

Lizenz Pixabay CC0

Gemeinsam mit grünen Politikerinnen aus Schleswig-Holstein und Hamburg war Linda am Montag, den 28. März vor Ort im Klövensteen, um mit Andrea Keller, Geschäftsführerin des Regionalparks Wedeler Au e.V., zu sprechen. Bei dem Besuch standen der länderübergreifende Austausch zum Thema Biotopverbund, zu weiteren natur- und umweltpolitischen Themen sowie ein Austausch über die Arbeit des Regionalparks im Fokus. Außerdem machten sich die Politikerinnen einen Eindruck von der Situation der Moore und den Sturmschäden im Wald.

 

 

Regionalpark Wedeler Au

Der Regionalpark Wedeler Au umfasst insgesamt 12.000 Hektar in Hamburg-Altona und Schleswig-Holstein. Die Landschaft hier hat Vielfältiges zu bieten: Wald, Moore, Felder, Geest und Marsch sowie Ausflugshighlights wie die Holmer Sandberge. Die Mitgliedergemeinden des Vereins Regionalpark Wedeler Au sind neben Hamburg-Altona und Wedel auch Kreis und Stadt Pinneberg, Holm, Appen, Heist, Halstenbek, Schenefeld und Hetlingen. Die Geschäftsstelle realisiert zahlreiche kleinere und größere Projekte insbesondere zu den Themen Naturschutz und Naherholung.

v.l. Nadine Mai (Landtagswahlkandidatin für Wedel/Uetersen/Amt GuMS), Ulrike Sparr (Bürgerschaftsabgeordnete), Linda Heitmann (Bundestagsabgeordnete für Altona), Andrea Keller (Geschäftsführerin Regionalpark Wedeler Au), Petra Kärgel (Vorsitzende der Grünen Wedel), Bärbel Sandberg (Beisitzerin im Vorstand der Grünen Wedel), Ines Strehlau (Landtagsabgeordnete in Schleswig-Holstein)

Länderübergreifende Arbeit für Naherholung und Naturschutz

Ziel des Vereins ist es, dass Anwohner*innen und Besucher*innen die Natur um sich herum kennen, schätzen und damit auch schützen zu lernen. Mit Karten und Apps kann die Gegend perfekt erkundet werden. Die Radroutenkarte ist dabei besonders beliebt. Die Smartphone-App EntdeckerRouten bietet im Regionalpark Wedeler Au sechs verschiedene Wege, bei denen die App begleitet und an bestimmten Stationen mit Informationen versorgt. Für Kinder gibt es sogar eine spielerische Schnitzeljagd mit versteckter Route. Auch geben die verschiedenen Pfade dem Regionalpark die Möglichkeit, die Route der Besucher*innen zu lenken. Durch vorgegebene Strecken bleiben sie auf den vorgesehenen Wegen, was sich nachhaltig auf die umliegende Natur auswirkt.

Nebenbei haben die grünen Politikerinnen über die konventionelle Landwirtschaft gesprochen. Diese scheint den Amphibien in der Umgebung zuzusetzen. Sichere Wege über Felder und auch das bestehende Amphibienleitsystem unter der Straße hindurch sind für die Tiere von großer Bedeutung, damit sie unbeschadet zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren wandern können.

Um Landschaft und Tiere hier im länderübergreifenden Regionalpark Wedeler Au weiterhin wirksam zu schützen, müssen und werden die Grünen der Region auf Kreis-, Landes-, und Bundesebene gut politisch zusammenarbeiten. Dafür waren der Termin und das Gespräch mit Andrea Keller ein wichtiger erster Baustein.

 

 

Feministischer Wochenrückblick: Equal Pay Day & Weltfrauentag

Feministischer Wochenrückblick: Equal Pay Day & Weltfrauentag

Lizenz Pixabay CC0

Seit dem ersten, von der Sozialistin Clara Zetkin initiierten, Weltfrauentag im Jahr 1911 hat sich frauenemanzipatorisch viel getan und dennoch werden Frauen auch heute noch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert, benachteiligt oder sind Opfer von Gewalt. In der vergangenen Woche trafen gleich zwei frauenpolitische Tage aufeinander: Der Equal Pay Day am 07.03.22 und der internationale Weltfrauentag am 08.03.22.

Um in die Woche zu starten habe ich am Sonntag den 06.03.22 an einem, von der LAG Frauenpolitik der Grünen Hamburg organisierten, digitalen Pub Quiz zum Weltfrauentag teilgenommen, um gemeinsam unser Queer-Feminismus-Wissen zu testen und uns auszutauschen.

 

Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt 18% weniger Lohn, in Hamburg sogar 21%

Am Montag haben Mareike Engels (MdHB) und ich zum Equal Pay Day in der Großen Bergstraße in Altona Info-Flyer und Schoko-Euros verteilt, um dabei mit Bürger*innen ins Gespräch über Lohngerechtigkeit für Frauen zu kommen. Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt 18%, in Hamburg sogar 21%, weniger Lohn als Männer. Umgerechnet waren das im letzten Jahr 66 Tage, an denen Frauen unbezahlt Erwerbsarbeit leisten. Der Zeitraum von Jahresanfang bis zu Datum des Equal Pay Day’s, dem 07.03.22, markiert diese Anzahl an Tagen, an welchen Frauen zusätzlich für das gleiche Gehalt arbeiten müssen. Erfreulich ist jedoch, dass der Equal Pay Day erstmalig vor dem Weltfrauentag liegt – wenn auch nur sehr knapp. Wir möchten, dass sich dieser Trend fortführt und setzten uns mit diesen Forderungen für mehr Lohngerechtigkeit ein:

  • Ein effektives Lohngerechtigkeitsgesetz! Mit einem starken Klagerecht für Verbände.
  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Das Elterngeld wird verlängert und die Kinderkrankentage erhöht.
  • Gerechtere Verteilung von bezahlter Lohnarbeit und unbezahlter Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern: mit Anreizen beim Elterngeld und im Steuerrecht.
  • Gleichstellung im Check: Im Hamburger Gleichstellungsmonitor evaluieren wir regelmäßig den Stand der Gleichstellung in der Hansestadt
  • Schluss mit „Männerberufen“: Wir stärken in Hamburg Frauen im Handwerk und fördern Unternehmensgründungen von Frauen
  • Mehr Geld für systemrelevante Jobs: Darum erhöhen wir den Mindestlohn und schließen die Lohnlücken in der Pflege!
  • Eine bessere Repräsentation von Frauen in öffentlichen Ämtern und beruflichen Führungspositionen
Für Frauenrechte auf die Straße am Weltfrauentag

Die Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit haben wir erneut am Weltfrauentag thematisiert. Beim Demofinger „Trans* und Sexarbeiter*innen“ der Demonstrationen zum 8. März habe ich am Heidi-Kabel-Platz eine Rede gehalten und dabei neben der akuten Lohnungerechtigkeit auch auf das Recht auf Selbstbestimmung und ein Leben ohne Gewalt aufmerksam gemacht. Politisch bedeutet das die vorbehaltlose Umsetzung der Istanbul Konvention, eine verlässliche Finanzierung der Frauenhäuser, zusätzliche Frauenhausplätze, Schutz vor Abschiebung bei Zeugenaussagen vor Gericht und Schutzräume, wie wir sie auch schon von Ragazza mit einem Drogenkonsumraum nur für Frauen kennen. Dafür möchte ich mich einsetzen!

Denn auch in meinem direkten Arbeitsumfeld bekomme ich den Kampf für eine gerechte Repräsentation hautnah mit. Im Bundestag liegt der Frauenanteil bei knapp 34%, obwohl, um die Bevölkerung repräsentativ abzudecken, die Hälfte der Macht in Händen von Frauen liegen sollte. Erfreulicherweise sind 62% unserer grünen Fraktion Frauen. Eine davon ist meine Kollegin Tessa Ganserer, welche mit mir im Umweltausschuss ist und es verdient Umweltpolitik zu machen anstatt, dass ihre Identität konstant von konservativen Kräften hinterfraget und angezweifelt wird.

Besonders in der aktuellen Lage des Krieges zeigt sich, wie wichtig die Sichtweise von Frauen im internationalen Konfliktmanagement ist. Sie fehlt an den langen, mit Männern besetzen Tischen der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine oder auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Ich bin jedoch froh, dass unsere Außenministerin Annalena Baerbock uns vertritt, weibliche Sichtweisen miteinbringt und aktuell den Blick auf diejenigen lenkt, welche in diesem Krieg leiden und Hilfe brauchen. Vielfach sind dies Frauen, aber auch PoC, nicht ukrainische Staatsbürger*innen oder queere Menschen. Sie hatten es schon in der Ukraine nicht leicht und müssen nun in Angst leben unter einem Regime wie dem russischen, welches ihre Wünsche und Rechte nach einem freien Leben nicht akzeptieren kann, in Zukunft leben zu müssen. Zum diesjährigen Weltfrauentag möchte ich besonders hervorheben, dass gerade Frauen und Kinder, welche jetzt Schutz suchen und aus der Ukraine fliehen, während der Flucht vor Gewalt geschützt werden müssen. Es ist elementar, dass ihnen der Weg in Schutzräume ermöglicht wird und wir sie im Zufluchtsland sicher aufnehmen.

Frauenpolitik ist ein Thema, das mich schon viele Jahre begleitet und es auch noch weiter tun wird – denn es gibt noch viel zu tun!